Fachkräfteeinwanderungsgesetz 2024: Was sich für Azubis aus dem Ausland geändert hat

Richterhammer als Symbol für das Fachkräfteeinwanderungsgesetz und den §16a AufenthG

Seit März 2024 gilt die zweite Stufe des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung, oft kurz Fachkräfteeinwanderungsgesetz 2.0 genannt. Für Betriebe, die über eine Ausbildung aus dem Ausland nachdenken, lohnt der Blick: Einiges ist einfacher geworden.

Dieser Überblick erklärt, was sich für ausländische Auszubildende konkret geändert hat, was beim §16a AufenthG gleich bleibt und was das praktisch für die Einstellung vietnamesischer Azubis bedeutet. Geschrieben für Arbeitgeber, nicht für Juristen.

Worum es geht

Das Gesetz wurde 2023 beschlossen und tritt in mehreren Stufen in Kraft. Ziel ist, qualifizierte Zuwanderung und Ausbildung aus Drittstaaten einfacher, schneller und attraktiver zu machen. Die für die Berufsausbildung wichtigen Regeln gelten seit dem 1. März 2024. Einen offiziellen Überblick bietet das Portal Make it in Germany der Bundesregierung.

§16a Berufsausbildung: was bleibt

Der Aufenthaltstitel zur Berufsausbildung nach §16a AufenthG bleibt der zentrale Weg für Azubis aus dem Ausland. Die Grundvoraussetzungen ändern sich nicht: ein Ausbildungsplatz im Betrieb, in der Regel Deutschkenntnisse auf B1-Niveau und die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV-Vorabzustimmung). Was sich verbessert hat, ist der Rahmen drumherum.

Nebenbeschäftigung: jetzt bis 20 Stunden

Die spürbarste Änderung für Azubis: Bei Ausbildungs- und Bildungsaufenthalten ist seit März 2024 eine Nebenbeschäftigung von bis zu 20 Wochenstunden erlaubt, vorher waren es 10. Zusätzlich sind 140 ganze oder 280 halbe Tage pro Jahr möglich. Das hilft den jungen Menschen, sich zu finanzieren und schneller anzukommen, und nimmt Betrieben Diskussionen über Minijobs neben der Ausbildung ab.

Praxisnah: Die höhere Nebenjob-Grenze macht die Ausbildung in Deutschland für Bewerber aus Vietnam attraktiver, ein Pluspunkt schon bei der Auswahl.

Einreise zur Ausbildungsplatzsuche

Neu gestärkt wurde auch die Möglichkeit, zur Suche eines Ausbildungs- oder Studienplatzes einzureisen, unter bestimmten Voraussetzungen für mehrere Monate. Für Betriebe ist der planbare Weg in der Praxis aber weiterhin: erst den Ausbildungsvertrag schließen, dann über §16a einreisen. Mehr zum Ablauf lesen Sie in unserem Visum-Ratgeber und im Glossar.

Was das für vietnamesische Azubis bedeutet

Unterm Strich wird der Weg moderner und für die Azubis attraktiver, ohne dass für Sie als Betrieb der Aufwand steigt. Eine seriöse Vermittlung übernimmt das Visumverfahren ohnehin komplett. Die Reform sorgt vor allem dafür, dass weniger bürokratische Hürden im Weg stehen und der Aufenthalt für die jungen Menschen leichter zu finanzieren ist. Eine gute Auswertung der Neuerungen bietet auch asyl.net.

Fazit

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz 2.0 ändert nicht das Grundprinzip der Ausbildung nach §16a, aber es macht den Rahmen besser: mehr erlaubte Nebenbeschäftigung, leichterer Zugang, klarerer politischer Wille zur Zuwanderung in Ausbildung. Für Betriebe, die vietnamesische Azubis einstellen, sind das gute Nachrichten, und der bürokratische Teil bleibt bei uns.

„Das Gesetz macht den Rahmen moderner. Den Behördenweg gehen wir, Sie bekommen einen Azubi, der bleiben darf und bleiben will."
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FAQ

Was ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz 2.0?

Es ist die Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung, beschlossen 2023 und stufenweise in Kraft getreten. Ziel ist, qualifizierte Zuwanderung und Ausbildung aus Drittstaaten einfacher und schneller zu machen. Für die Berufsausbildung wurden die Regeln im März 2024 angepasst.

Hat sich der §16a AufenthG für Azubis geändert?

Der Aufenthaltstitel zur Berufsausbildung nach §16a bleibt der zentrale Weg. Verbessert haben sich die Rahmenbedingungen drumherum, etwa die erlaubte Nebenbeschäftigung und der Zugang zur Ausbildungsplatzsuche. Voraussetzung bleiben ein Ausbildungsplatz und in der Regel Deutschkenntnisse auf B1-Niveau.

Wie viel dürfen ausländische Azubis nebenbei arbeiten?

Seit März 2024 ist bei Ausbildungs- und Bildungsaufenthalten eine Nebenbeschäftigung von bis zu 20 Wochenstunden erlaubt (vorher 10). Zusätzlich sind 140 ganze oder 280 halbe Tage pro Jahr möglich. Das erleichtert Azubis die Finanzierung und Integration.

Können Betriebe jemanden zur Ausbildungsplatzsuche einreisen lassen?

Ja. Drittstaatsangehörige können unter bestimmten Voraussetzungen zur Suche eines Ausbildungs- oder Studienplatzes für mehrere Monate einreisen. In der Praxis ist der sichere Weg aber, den Ausbildungsvertrag vorher zu schließen und über §16a einzureisen.

Was bedeutet das für die Einstellung vietnamesischer Azubis?

Unterm Strich wird der Weg verlässlicher und für die Azubis attraktiver. An Ihrem Aufwand als Betrieb ändert sich wenig, weil eine seriöse Vermittlung das Visumverfahren ohnehin übernimmt. Die Reform macht vor allem den rechtlichen Rahmen moderner.

Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Gesetzestexte und die Entscheidung der zuständigen Behörden. Stand Juni 2026.

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