Fördermittel und Zuschüsse für Ausbildungsbetriebe: Was Sie 2026 nutzen können

Beratung zu Fördermitteln und Zuschüssen für einen Ausbildungsbetrieb

Viele Betriebe zahlen die Ausbildung komplett aus eigener Tasche und wissen gar nicht, dass der Staat an mehreren Stellen mitfinanziert. Dabei gilt: Wer ausbildet, bekommt Unterstützung, bei internationalen Azubis genauso wie bei einheimischen.

Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Instrumente, die 2026 für Ausbildungsbetriebe relevant sind, was sie leisten und wo Sie sie beantragen. Er ersetzt keine Förderberatung, aber er sorgt dafür, dass Sie in dem Gespräch die richtigen Fragen stellen.

Der Grundsatz: internationale Azubis fördern wie einheimische

Die wichtigste Nachricht zuerst: Ein Azubi aus Vietnam mit Ausbildungsvertrag in Deutschland ist förderrechtlich ein ganz normaler Azubi. Alle regulären Instrumente der Bundesagentur für Arbeit stehen offen. Ein Sonderprogramm braucht es nicht, und eines der hartnäckigsten Vorurteile, internationale Azubis seien „Azubis zweiter Klasse", ist auch hier falsch.

Obendrauf kommt sogar eine Förderung, die es nur für sie gibt: geförderte Berufssprachkurse (dazu unten mehr).

Assistierte Ausbildung (AsA flex): kostenlose Begleitung

Die Assistierte Ausbildung ist das unterschätzteste Instrument im ganzen Katalog. Die Agentur für Arbeit finanziert Nachhilfe in Berufstheorie, Unterstützung bei Prüfungsvorbereitung, Sprachförderung und eine sozialpädagogische Begleitung, die bei Konflikten oder Alltagsproblemen vermittelt.

  • Kosten für den Betrieb: keine.
  • Für wen: Auszubildende, die Unterstützung brauchen, etwa bei Fachtheorie oder Sprache. Genau der Punkt, an dem internationale Azubis im ersten Jahr am meisten profitieren.
  • Wo beantragen: örtliche Agentur für Arbeit, gemeinsam mit dem Azubi.

Aus unserer Begleitpraxis: Wer im ersten Lehrjahr die Berufsschule sprachlich absichern will, sollte AsA früh beantragen, nicht erst, wenn die erste Klassenarbeit schiefgegangen ist.

Einstiegsqualifizierung (EQ): gefördertes Kennenlernen

Die EQ ist ein betriebliches Langzeitpraktikum von sechs bis zwölf Monaten, gedacht als Brücke in die Ausbildung. Die Agentur für Arbeit bezuschusst die Praktikumsvergütung und zahlt eine Pauschale zur Sozialversicherung. Für Betriebe, die sich einen Kandidaten erst in der Praxis ansehen wollen, ist das ein risikoarmer Weg, aus dem sehr oft ein Ausbildungsvertrag wird.

Berufssprachkurse: geförderte Sprachförderung nach der Einreise

Unsere Azubis reisen mit B1-Deutsch ein. Wer im Beruf schneller auf B2 kommen will (in der Pflege ist das oft ausdrücklich gewünscht), kann berufsbegleitend einen Berufssprachkurs nach der Deutschsprachförderverordnung besuchen. Träger ist das BAMF, für Auszubildende ist die Teilnahme in der Regel kostenfrei. Der Betrieb muss dafür nur eines tun: die Kurszeiten ermöglichen.

Landesprogramme und Verbundausbildung

Neben den Bundesinstrumenten legen die Länder eigene Programme auf, von Zuschüssen für zusätzliche Ausbildungsplätze bis zur Verbundausbildung, bei der sich mehrere Betriebe einen Azubi teilen, wenn einer allein nicht alle Ausbildungsinhalte abdecken kann. Diese Programme wechseln häufiger; die aktuelle Übersicht liefert die Förderdatenbank des Bundes, gefiltert nach Ihrem Bundesland. Auch die Ausbildungsberatung Ihrer Kammer kennt die laufenden Landesprogramme.

Steuer: Ausbildungskosten sind Betriebsausgaben

Die stillste Förderung steht in keinem Programm: Sämtliche Ausbildungskosten sind Betriebsausgaben und mindern den steuerpflichtigen Gewinn. Das gilt für Vergütung und Sozialabgaben genauso wie für Kammergebühren, Arbeitskleidung, und auch für das Honorar einer Vermittlung. Was das in Ihrem Fall konkret bedeutet, rechnet Ihr Steuerberater; eine Beispielrechnung der Gesamtkosten finden Sie in unserem Kosten-Ratgeber.

„Die Förderlandschaft belohnt genau das, was Betriebe mit internationalen Azubis ohnehin vorhaben: ausbilden, begleiten, halten. Man muss die Töpfe nur kennen."

FAQ

Gibt es Fördermittel speziell für Azubis aus dem Ausland?

Ein eigenes Förderprogramm nur für internationale Azubis gibt es nicht, es ist aber auch nicht nötig: Alle regulären Instrumente wie Assistierte Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung gelten für ausländische Auszubildende mit Ausbildungsvertrag in Deutschland genauso. Dazu kommen Berufssprachkurse, die es für deutsche Azubis naturgemäß nicht gibt.

Was ist die Assistierte Ausbildung (AsA flex)?

Ein kostenloses Unterstützungsangebot der Agentur für Arbeit: Nachhilfe in Theorie und Fachpraxis, Sprachförderung und sozialpädagogische Begleitung während der Ausbildung. Der Betrieb zahlt dafür nichts; der Antrag läuft über die örtliche Agentur für Arbeit.

Was bringt eine Einstiegsqualifizierung (EQ)?

Die EQ ist ein gefördertes betriebliches Langzeitpraktikum von sechs bis zwölf Monaten vor der Ausbildung. Die Agentur für Arbeit bezuschusst die Praktikumsvergütung und übernimmt einen Pauschalbetrag zur Sozialversicherung. Für Betriebe ist sie ein risikoarmes Kennenlernen vor dem Ausbildungsvertrag.

Kann mein Azubi nach der Einreise weiter Deutsch lernen, gefördert?

Ja. Berufssprachkurse nach der Deutschsprachförderverordnung (über das BAMF) stehen auch Auszubildenden offen und sind für sie in der Regel kostenfrei. Viele unserer Azubis machen so berufsbegleitend den Schritt von B1 zu B2.

Sind Vermittlungskosten und Ausbildungskosten steuerlich absetzbar?

Ausbildungsvergütung, Sozialabgaben, Kammergebühren und auch das Honorar einer Vermittlung sind Betriebsausgaben und mindern den Gewinn. Wie sich das im Einzelfall auswirkt, klärt der Steuerberater; die Belege dafür liefert Ihnen unsere Rechnung automatisch.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Förder- oder Steuerberatung. Stand Juli 2026; Programme, Voraussetzungen und Konditionen ändern sich, verbindlich sind die Auskünfte der Agentur für Arbeit, der Kammern beziehungsweise Ihres Steuerberaters.

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