Was kostet ein Azubi aus Vietnam wirklich pro Monat?

Vietnamesische Auszubildende im Sprachunterricht, Ausbildungsvergütung und Sozialabgaben verstehen

Die häufigste Frage im zweiten Gespräch: Was zahlen wir monatlich?

Wenn ein Geschäftsführer oder eine Pflegedienstleitung das erste Mal ernsthaft über einen Azubi aus Vietnam nachdenkt, ist die entscheidende Frage nicht mehr „Kommt der auch gut an?", sondern „Was kostet uns das am Monatsende?". Die Antwort ist kürzer, als viele denken: Ein Azubi aus Vietnam kostet Sie monatlich exakt dasselbe wie ein deutscher Azubi im gleichen Beruf. Die Ausbildungsvergütung richtet sich ausschließlich nach Tarif oder Mindestausbildungsvergütung, die Staatsangehörigkeit spielt arbeitsrechtlich keine Rolle.

Trotzdem lohnt sich der genaue Blick auf die Gesamtkosten. In diesem Artikel rechnen wir konkret durch, was pro Monat anfällt, von der Bruttovergütung über Arbeitgeberanteile bis zur optionalen Unterkunft. Keine Schönrechnerei, keine versteckten Posten.

Ausbildungsvergütung nach Tarif oder BBiG

Die Grundlage ist entweder ein Tarifvertrag Ihrer Branche oder, falls keiner greift, die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung nach §17 Berufsbildungsgesetz (BBiG). Für Ausbildungsverträge, die 2025 beginnen, gelten als Mindestwerte: 682 Euro im 1. Jahr, 805 Euro im 2. Jahr, 921 Euro im 3. Jahr, 955 Euro im 4. Jahr. Diese Werte werden jährlich zum 1. Januar angepasst.

In den meisten Branchen liegen die Tarifvergütungen deutlich darüber. In der Pflege zahlen tarifgebundene Einrichtungen im 1. Jahr zwischen 1.100 und 1.218 Euro, im Elektrohandwerk rund 780 bis 850 Euro, in der Gastronomie oft 900 bis 1.000 Euro. Für die Bäckerei liegt der Tarif je nach Region bei rund 790 Euro im 1. Jahr. Die vertraglich zugesagte Vergütung muss mindestens 80 Prozent des tariflichen Niveaus erreichen, sonst ist der Vertrag nicht genehmigungsfähig, und das Visum §16a AufenthG wird nicht erteilt.

Was kommt zur Vergütung dazu?

Zur Bruttovergütung kommen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. Als Faustregel rechnen Sie mit rund 21 Prozent auf den Bruttolohn. Das deckt Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung ab. Hinzu kommen Umlagen (U1/U2 für Krankheit und Mutterschaft, Insolvenzgeldumlage), die je nach Krankenkasse weitere 1 bis 3 Prozent ausmachen können.

Wichtig zu wissen: Azubis haben denselben Anspruch auf bezahlten Urlaub wie deutsche Azubis (24 bis 30 Werktage pro Jahr), Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall für bis zu 6 Wochen, und Vergütung an gesetzlichen Feiertagen. Diese Posten sind bereits in der Bruttovergütung enthalten, sie fallen nicht zusätzlich an. Ein Azubi aus Vietnam bekommt keine Sonderzulagen, er wird exakt wie jeder andere Auszubildende behandelt.

Beispielrechnung Pflege: Monatliche Gesamtkosten

Nehmen wir eine Pflegeassistenz-Ausbildung im 1. Ausbildungsjahr, Tarifvertrag einer mittelgroßen Einrichtung:

  • Bruttovergütung: 1.100 Euro
  • Arbeitgeberanteil Sozialversicherung (21 Prozent): 231 Euro
  • Umlagen (ca. 2 Prozent): 22 Euro
  • Optional: Verpflegungsbeitrag Personalessen: 50 Euro
  • Monatliche Gesamtkosten: rund 1.403 Euro

Zum Vergleich: Eine examinierte Pflegefachkraft kostet den Betrieb monatlich zwischen 4.200 und 4.800 Euro brutto inklusive Arbeitgeberanteile. Ein Azubi ist damit rund ein Drittel bis ein Viertel der Vollkostenposition einer Fachkraft, wird aber innerhalb von drei Jahren zur fertig ausgebildeten Kraft.

Beispielrechnung Handwerk: Elektroniker 1. Ausbildungsjahr

Für einen Elektroniker-Azubi im 1. Ausbildungsjahr, Tarifvergütung Bayern:

  • Bruttovergütung: 780 Euro
  • Arbeitgeberanteil Sozialversicherung (21 Prozent): 164 Euro
  • Umlagen (ca. 2 Prozent): 16 Euro
  • Arbeitskleidung und Schutzausrüstung (umgelegt): rund 25 Euro
  • Monatliche Gesamtkosten: rund 985 Euro

Im 2. Ausbildungsjahr steigt die Vergütung auf rund 830 Euro, im 3. Jahr auf 900 Euro, im 4. Jahr auf 960 Euro. Die Gesamtkosten bleiben also über die volle Ausbildungszeit von 3,5 Jahren deutlich unter den Kosten einer angestellten Fachkraft, bei einem Auszubildenden, der schon ab dem zweiten Jahr produktiv auf der Baustelle mitarbeitet.

Was ist mit der Unterkunft?

Hier trennen sich die Modelle. Viele Betriebe, vor allem in Pflege und Gastronomie, stellen ein Personalzimmer oder eine kleine Wohneinheit. Das hat zwei Vorteile: Der Azubi kommt schnell in eine stabile Wohnsituation, und der Betrieb kann die Unterkunft steuerlich als Sachbezug werten. Der amtliche Sachbezugswert für Unterkunft liegt 2025 bei 282 Euro pro Monat.

Alternativ können Sie einen steuerfreien Mietzuschuss von bis zu 50 Euro pro Monat gewähren (§3 Nr. 34a EStG greift hier nicht, aber im Rahmen der 50-Euro-Sachbezugsgrenze bleibt der Zuschuss oft steuerfrei, wenn er als Gutschein für eine konkrete Leistung ausgestaltet ist). Gebräuchlicher und einfacher: Der Betrieb trägt die Mietdifferenz zwischen der ortsüblichen Miete und dem Eigenanteil des Azubis. Diese Kosten schlagen je nach Region mit 100 bis 300 Euro monatlich zu Buche, sind aber betrieblich absetzbar.

Unser Standard-Hinweis: Wer eine WG oder ein Personalzimmer organisiert, löst das Wohnungsproblem in 2 Wochen statt in 10. Das senkt das Abbruchrisiko in den ersten 100 Tagen erheblich.

Die oft vergessenen Posten

Zwei Kategorien werden in der ersten Kalkulation regelmäßig vergessen:

  • Arbeitskleidung und Schutzausrüstung: Im Handwerk und in der Pflege gesetzlich vom Arbeitgeber zu stellen. Einmalig 150 bis 400 Euro, danach Ersatzbeschaffung nach Bedarf.
  • Fahrtkostenzuschuss: Für den Weg zur Berufsschule steuerfrei möglich, in vielen Tarifen Pflicht. Rechnen Sie mit 40 bis 80 Euro pro Monat, je nach Blockunterricht oder wöchentlichem Wechsel.

Berufsschulgebühren fallen an öffentlichen Berufsschulen in der Regel nicht an. An privaten Pflegeschulen gibt es vereinzelt Schulgeld, das wird aber meist über die Pflegekassenumlage refinanziert, nicht vom Ausbildungsbetrieb getragen. Prüfen Sie das vor Vertragsunterzeichnung einmal sauber durch.

Was NTH einmalig kostet vs. laufend

Die Vermittlungsgebühr der NTH Agency ist eine einmalige Investition, keine laufende Position. Im Premium-Modell fallen ab 2.500 Euro einmalig pro Azubi an (zzgl. MwSt.), zahlbar erst bei Arbeitsantritt. Im Basis-Modell 0 Euro Vermittlungsgebühr. Keine monatliche Provision, keine Prozentbeteiligung am Lohn, keine Folgekosten.

Das heißt: Ab dem ersten Arbeitstag trägt der Betrieb nur noch die Personalkosten des Azubis wie bei jedem anderen Auszubildenden auch. Mehr Details finden Sie in unserem ausführlichen Kostenartikel.

„Ein Azubi aus Vietnam kostet Sie im Monat keinen Cent mehr als ein deutscher. Der Unterschied ist: Sie finden überhaupt einen."

Fazit: Ein Azubi aus Vietnam ist nicht teurer als ein deutscher Azubi

Wer die Rechnung ehrlich aufmacht, kommt auf monatliche Gesamtkosten zwischen 940 und 1.450 Euro, je nach Branche und Ausbildungsjahr. Das sind exakt die gleichen Werte wie für deutsche Azubis, plus eine einmalige Vermittlungsinvestition, die sich nach 4 bis 6 Monaten Arbeitsleistung amortisiert. Der wahre Kostenfaktor im Fachkräftemarkt ist nicht der Azubi, sondern die unbesetzte Stelle.

Weitere Hintergründe finden Sie in unserem Ratgeber, und konkrete Branchenzahlen auf unserer Pflege-Seite.

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