30 Tage bis zum Ausbildungsbeginn: So bereiten Sie Ihren Betrieb vor.

Ankunft eines vietnamesischen Azubis in Deutschland, erster Arbeitstag im Betrieb

Die kritische Phase vor dem Start

Der Erfolg einer Ausbildung entscheidet sich nicht im ersten Jahr, sondern in den ersten 30 Tagen. Und diese 30 Tage beginnen nicht am ersten Arbeitstag, sondern einen Monat vorher, im Betrieb. Was jetzt vorbereitet ist, macht aus einem chaotischen Start einen gelungenen. Was liegen bleibt, holt Sie drei Wochen später in Form von Missverständnissen, Frust und im schlimmsten Fall einem Abbruch ein.

Diese Checkliste ist das Ergebnis aus über hundert Vermittlungen. Sie ist konkret, praktisch, und sie lässt sich in ein paar Stunden pro Woche abarbeiten.

Tag 30 bis 21: Unterkunft organisieren

Die Unterkunft ist der Punkt, an dem die meisten Betriebe am meisten Zeit verlieren, wenn sie zu spät anfangen. Drei Optionen funktionieren gut:

Personalzimmer im Betrieb: Ideal in Pflege und Gastronomie, kurze Wege, soziale Anbindung vorhanden. Prüfen Sie: eigenes Bad oder geteilt, stabiles WLAN, Grundmöblierung inklusive Bettwäsche.

WG-Empfehlungen: Wenn Sie keine eigene Unterkunft haben, machen Sie eine kurze Liste von zwei bis drei WGs oder kleinen Einzimmerwohnungen in Betriebsnähe. Einen Kontakt pro Option, möglichst möbliert.

Mietvertrag-Vorlage: Ein einfacher deutschsprachiger Mustermietvertrag, den Sie dem Azubi bei Ankunft erklären können, spart Ihnen in Woche eins einen halben Tag Behördenlauf. Minimale Erstausstattung: Bett, Matratze, Schrank, Tisch, Stuhl, Lampe, Wasserkocher. Das sind 250 bis 400 Euro, die sich zehnfach auszahlen.

Tag 20 bis 11: Team informieren und vorbereiten

Der neue Azubi wird ins Team geworfen. Sorgen Sie dafür, dass das Team vorbereitet ist. Eine 15-minütige Teambesprechung reicht:

Kollegen mental einstimmen: Wer kommt, aus welcher Stadt in Vietnam, welches Alter, welches Sprachniveau (meist B1). Kurzer Hinweis, dass Geduld bei der Aussprache in den ersten Wochen wichtig ist.

Ausbilder briefen: Wer ist die feste Bezugsperson für fachliche Fragen? Ein klarer Ansprechpartner verhindert, dass der Azubi zwischen widersprüchlichen Anweisungen zerrieben wird.

Kulturelles Kurz-Briefing: Drei Punkte genügen, Gesichtswahrung (Kritik nur unter vier Augen), aktives Nachfragen (nicht „Haben Sie verstanden?", sondern „Zeigen Sie mir bitte"), und Heimweh ernst nehmen. Mehr dazu in unserem Ratgeber.

Tag 10 bis 4: Formales erledigen

Ab jetzt wird es administrativ. Was Sie vor Ankunft aufsetzen, müssen Sie später nicht in der laufenden Einarbeitung nebenbei erledigen:

Lohnbuchhaltung: Steuer-ID wird bei Anmeldung automatisch erzeugt, Sozialversicherungsnummer wird vom Azubi mitgebracht oder nach Anmeldung zugestellt. Krankenkasse vorab festlegen (Azubi hat freie Wahl, aber eine Empfehlung hilft).

Berufsschule: Anmeldung bei der zuständigen Berufsschule, Termine für den Schulstart, Bücherliste. Klären Sie, ob die Schule Förderunterricht Deutsch anbietet, viele Berufsschulen haben Angebote für Azubis mit Deutsch als Zweitsprache.

Arbeitskleidung und Werkzeug: Kittel, Sicherheitsschuhe, Schürzen, Werkzeugkoffer, alles in Größe vorbereitet, idealerweise mit Namensschild. Nichts ist demotivierender als am ersten Tag in zu großer Leihkleidung durch den Betrieb zu laufen.

Tag 3 bis 1: Begrüßungspaket zusammenstellen

Kleine Geste, große Wirkung. Ein einfaches Begrüßungspaket signalisiert: Wir haben an Sie gedacht. Inhalt:

  • Schlüssel für Unterkunft und Betrieb, beschriftet
  • Deutsche Handy-SIM, vorinstalliert, mit Guthaben für den ersten Monat
  • Stadtplan mit markierten Orten: Supermarkt, Apotheke, Bank, Berufsschule, Arzt, Bushaltestelle
  • Karte mit deutschen Alltagsphrasen („Einen Kaffee, bitte", „Wo ist die Toilette?", „Können Sie mir helfen?")
  • Eine kurze handgeschriebene Willkommensnotiz vom Chef

Tag 1: Der erste Arbeitstag

Der erste Tag ist kein Arbeitstag, er ist ein Einführungstag. Bitte widerstehen Sie dem Impuls, den Azubi direkt produktiv einzusetzen:

Abholung: Holen Sie den Azubi vom Bahnhof oder Flughafen ab, persönlich. Nicht delegieren. Das ist der wichtigste Moment der ersten Wochen.

Tour durch den Betrieb: Alle Räume, alle Kollegen kurz kennenlernen, Pausenraum, Umkleide, Toiletten.

Gemeinsames Mittagessen mit dem Team: Nicht im Büro, sondern gemeinsam. In der Kantine oder beim Italiener um die Ecke.

Nicht direkt arbeiten lassen: Am Nachmittag Unterkunft beziehen, auspacken, ankommen. Der Azubi hatte gerade einen zwölfstündigen Flug und einen Kulturwechsel. Lassen Sie ihn ankommen.

Woche 1 bis 4: Die stille Einarbeitung

Buddy-System: Weisen Sie einen Kollegen aus dem Team zu, der im ersten Monat die erste Anlaufstelle für alltägliche Fragen ist („Wo bekomme ich Toilettenpapier?", „Wie funktioniert die Waschmaschine?"). Bevorzugt jemand Jüngeres, nicht der Chef.

Tägliches Kurzcheck-in: Fünf Minuten am Ende jedes Arbeitstages: „Was war heute gut? Was war schwierig?" Mehr nicht. Das reicht, um Probleme früh zu sehen.

Sprachbarrieren anerkennen: B1 heißt: Alltag geht, Fachbegriffe kommen erst. Geben Sie dem Azubi Zeit, Fachwortschatz zu lernen, und sprechen Sie in den ersten Wochen langsamer und in kürzeren Sätzen, ohne ihn zu bevormunden.

Was nicht passieren sollte

Drei Fehler sehen wir immer wieder:

Ins kalte Wasser werfen. „Du wirst das schon lernen" funktioniert bei deutschen Azubis nur mittelmäßig und bei vietnamesischen gar nicht. Die Hierarchie-Kultur macht es dem Azubi schwer, proaktiv Hilfe einzufordern.

Öffentliche Kritik. Jede Korrektur gehört in ein Vier-Augen-Gespräch. Eine Zurechtweisung vor dem Team kostet Sie zwei Wochen Vertrauen.

Keine feste Ansprechperson. Wenn der Azubi jeden Tag einen anderen Ausbilder vor sich hat, verliert er die Orientierung. Ein fester Kontakt, eine feste Linie, das ist in den ersten drei Monaten nicht verhandelbar.

„Die ersten 30 Tage entscheiden mehr über den Ausbildungserfolg als das erste Jahr. Planen Sie sie wie ein Projekt, nicht wie einen Nebenjob."

Fazit

Die Vorbereitung auf den Ausbildungsbeginn ist kein Hexenwerk, sie ist eine Checkliste. Wer die oben genannten Schritte abarbeitet, spart sich im ersten halben Jahr eine Menge Krisengespräche und hat am Ende einen Azubi, der bleibt, und der Freunde nach Deutschland nachzieht. Das ist der eigentliche Return.

Wenn Sie überlegen, ob die Vermittlung aus Vietnam für Ihren Betrieb passt, schauen Sie in unser Ausbildungsprogramm, und in unseren Ratgeber für weitere Fachartikel zu Visum, Sprache und Kultur.

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